LOGI in der Praxis

Da Menschen Individuen mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen, Vorlieben und Abneigungen sind, wird es unmöglich sein, jedem von Ihnen durch ganz persönliche Tipps gerecht zu werden. Doch gehen in dieses Kapitel die vielseitigen Erfahrungen zahlreicher Ernährungsberater, Ärzte und Patienten und nicht zuletzt die des Autors ein.

LOGI für alle

Es gibt keine medizinische bzw. gesundheitliche Begründung, sich nicht nach LOGI zu ernähren.     Am meisten profitieren davon Übergewichtige und Patienten mit erhöhten Blutfett- und Blutzuckerwerten und vor allem solche mit einem voll ausgeprägten Metabolischen Syndrom, aber auch Patienten mit Diabetes mellitus. Trotz des hohen Fleischanteils müssen auch übergewichtige Patienten mit krankhaft erhöhten Harnsäurewerten bzw. mit Gicht keine Angst davor haben, diese Ernährungsmethode einzuhalten. Selbst gesunde und schlanke Menschen können von LOGI profitieren. Denn mit hoher Wahrscheinlichkeit werden sie mit LOGI ihr Gewicht auf Dauer besser kontrollieren können und die Entwicklung von Übergewicht bzw.das Risiko, eines gestörten Fett- und Zuckerstoffwechsels oder Diabetes Mellitus zu entwickeln, minimieren. Und da LOGI absolut bedarfsdeckend ist, ist es selbstverständlich auch Schwangeren und stillenden Müttern zu empfehlen.

Auch für Kinder ist Essen nach der LOGI-Methode im Prinzip sehr günstig und einfach. Denn LOGI liefert alle Nährstoffe, die Kinder brauchen. Kinder sind Nudelfans und es spricht sicherlich nichts dagegen, ihnen die leckeren LOGI-Rezepte zuzubereiten und dazu eine kleine Portion Nudeln zu kochen. Aber denken Sie daran, wenn Kinder in ihrer Freizeit nicht sehr intensiv toben oder Sport treiben, benötigen sie gar nicht soviel Kalorien und Kohlenhydrate. Kinder bewegen sich heute im allgemeinen weit weniger als noch vor wenigen Jahrzehnten. Viele ihrer Freizeitaktivitäten finden – wie bei den Erwachsenen – im Sitzen statt: lernen und spielen oder fernsehen. Entsprechend ist LOGI besonders empfehlenswert für die vielen bewegungsarm aufwachsenden Kinder mit leichtem oder schon deutlichem Übergewicht.

Auch für Hobbysportler aller Art, die ein paar Mal die Woche ihren Körper in Schwung bringen, birgt LOGI keinerlei Hindernis. Auch wenn es auf den ersten Blick befremdlich scheint, nur noch wenig von dem Sportler-Supertreibstoff „Kohlenhydrate“ zu essen. Neue Studien haben gezeigt, dass man nach einer Adaptionsphase von ein bis zwei Wochen auch mit einer relativ fettreichen, kohlenhydratarmen Kost hohe Ausdauerbelastungen ohne Leistungseinbruch, aber mit verbesserten medizinischen Werten absolvieren kann.

Nur bei Leistungsportlern gibt es klare Ausnahmen: Alle Sportarten, die intervallartige Höchstbelastungen abverlangen, wie zum Beispiele die Ballsportarten, bedingen eine hohe Verfügbarkeit des Kohlenhydrat-Treibstoffes für die beanspruchte Muskulatur. Das gleiche gilt für Ausdauersportarten, bei denen zwischendurch Maximalbelastungen auftreten (Zwischenspurt, Berganstiege etc.). Solchen Leistungssportlern sei guten Gewissens geraten, einige Tage vor geplanten Höchstleistungen, zum Beispiel vor Wettkämpfen, eine hohe Kohlenhydratzufuhr anzustreben, um die Glykogenreserven maximal aufzufüllen. Auch direkt nach solchen Belastungen empfiehlt es sich zur schnelleren Regeneration, mindestens einen Tag noch sehr kohlenhydratbetont zu essen. Aber für das Training zwischendurch oder auch für Ausdauersportarten, wie z.B. Fitness-Biking, die keine Belastungsspitzen abverlangen, ist LOGI sehr empfehlenswert.

Etwas schwieriger wird es für Vegetarier sein, LOGI zu leben. Wer bei der Lebensmittelauswahl Fleisch, Fisch und Geflügel ausspart und als tierische Nahrungsmittel nur Milch, Milchprodukte und Eier akzeptiert, dem wird die LOGI-Methode sehr wenig Abwechslung bieten.

Selbstverständlich kann und muss man bei vegetarischer Lebensweise umso mehr pflanzliche Eiweißträger wie beispielsweise die diversen Soja-Produkte einbeziehen. Aber ein großes Vergnügen wird es wohl für die wenigsten werden. Manche „Vegetarier“ akzeptieren auch Fisch. Dann sind sie zwar per Definition keine Vegetarier, tun sich aber aller Voraussicht nach viel leichter mit der LOGI-Methode. Veganer hingegen, also Menschen, die auf alle tierischen Produkte verzichten, werden sich so extrem einschränken müssen, dass eine adäquate Nährstoffversorgung sicherlich gefährdet wäre.

Speziell für Gichtpatienten noch ein Wort: eine Ernährungsumstellung kann möglicherweise ihr schmerzhaftes Leiden lindern. An erster Stelle steht die Gewichtsabnahme. An zweiter Stelle steht die Einschränkung von Alkohol. An dritter Stelle die Reduktion der Kohlenhydrate – einerseits um den Insulinspiegel möglichst niedrig zu halten und andererseits um besser abnehmen zu können. Beides ist mit LOGI mit hoher Wahrscheinlichkeit erreichbar. Erst wenn diese beiden Maßnahmen wirklich nicht helfen sollten, kann eine Senkung der Purinaufnahme über die Nahrung die günstigere Lösung sein. Dann sollten Sie auf Innereien, Zunge, Ölsardinen, Sardellen, Sprotten, Heringe, Bücklinge sowie Miesmuscheln und Hummer möglichst ganz verzichten. Zudem ist ein eingeschränkter Verzehr von Fleisch, Fleischwaren, Fleischsuppen, Saucen und Hülsenfrüchten sowie Spargel, Spinat und frischen Erbsen ratsam.

Aber: maßvoller Konsum von Fleisch und Geflügel und anderer Fischarten ist in der modernen Gichtdiät erlaubt. Der Großteil der Eiweißversorgung muss dann aber über Milchprodukte (Sauermilchprodukte bevorzugen!), Eier und pflanzliche Eiweiße gestaltet werden. Auch durch Kochen von Fleisch können Purine herausgelöst werden. Von Fleischbrühe ist jedoch entsprechend eher abzuraten. Wenn das alles nicht ausreicht, wird der Arzt schließlich eine gezielte medikamentöse Therapie empfehlen.